Wann "a" und wann "o" Zusammenfassung

Hier werden - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - Wörter oder Phrasen erklärt. Unter welchen Voraussetzungen wird ein bestimmtes Wort benutzt? Was bedeuten die sog. Partikeln, die eigentlich unübersetzbar sind und doch so zahleich in der Thai-Sprache verwendet werden?

Wann "a" und wann "o" Zusammenfassung

Beitragvon Schnorchel » 17.04.2010, 12:51

Wann "a" und wann "o"

Ich habe mir mal ie Muehe gemacht und die folgenden Threads zusammengefasst, um Anfaegern das verstehen zu erleichtern:
http://www.clickthai.net/forum/viewtopic.php?t=440
http://www.clickthai.net/forum/viewtopic.php?t=28
Natuerlich hatte ich es erst nur fuer mich gemacht, das Ergebnis war aber sehr schoen geworden, drum dachte ich es macht Sinn es mal hier einzustellen, Wer will kann selbstverstaendlich auch die eigentlichen Threads lesen. Das Meiste stammt von tpitsch, Jojo, polerio (die Reihenfolge der Namen hat keine Bedeutung).

Jeder Thai-Anfänger steht irgendwann, oft sogar innerhalb kürzester Zeit vor dem selben Problem. „POM“, im Tahiländischen „Ich“ (männliche Variante) wird ผม geschrieben und weit und Breit ist kein „O“ zu sehen. Andere Wörter haben plötzlich ein „A“ eingefügt. Leider ist die Antwort auf diese Frage nicht zu beantworten, ohne sich etwas intensiver mit der Thai-Sprache an sich, deren Ursprung und auch liguistischen Begriffen „Konsonanten“ auseinanderzusetzen.
Das A/ O Probolem hat seinen Ursprung bei den Doppelkonsonanten, auch Klustern genannt. Daher muss man sich zuerst mit diesem Thema auseinandersetzen.
Doppelkonsonanten, auch Klustern sind im Algemeinen mehrere Konsonanten in einer Silbe, ohne einen Vokal dazwischen.

Im Deutschen z.B. "Pferd" sind 2 Kluster: "pf" und "rd". Es gibt auch 3-fach-Cluster: in "Strumpf" sind "str" und "mpf" Cluster zu je 3 Kononanten. Und in "du schimpfts" ist "mpfst" sogar ein 5-fach-Cluster (das "sch" ist allerdings kein Cluster, sondern ein Trigraph, da nur ein Laut).

Im Thai gibt es so komplizierte Kluster nicht, da gibt es nur Kluster mit 2 Konsonanten, und dann auch nur am Silbenanfang.

Z.B. in Thai in กรอบ, กล้วย, ครับ, เปล่า sind jeweils กร, กล, คร, ปล echte Cluster.

Die Thai sprechen üblicherweise nur bestimmte Konsonatenpaare als Cluster:
Da gibs die übliche Liste mit den 15 Paaren: กร, กล, กว, ขร, ขล, ขว, คร, คล, คว, ตร, ปร, ปล, พร, พล, ผล
Dieser Kluster immer Verbindungen zwischen ก ข ค ต ป ผ พ mit entwederร ล oder . Die Liste ist leider nicht vollständig. Manchmal ist auch บร echtes Cluster (bei Wörtern aus dem Englischen, also Lehnwörtern).
Dann noch die Kombinationen mit , z.B. กฤ , คฤ , ตฤ , พฤ , บฤ , ปฤ .
In alten Büchern, die noch ฃ und ฅ schreiben, tauchen dann zumindest mal ฃว und ฅว auf. Die obigen Kombinationen werden auch als "echte Kluster" bezeichnet.
Daneben gibt es noch Doppelkonsonanten am Silbenanfang, die zwar aussehen wie ein Kluster (Konsonanten hintereinander, ohne einen Vokal dazwischen), aber nicht als Kluster gesprochen werden. >>>> Hier beginnt die eigentlich A/O – Problematik im Thai. Entweder wird dann ein "a" dazwischen gesprochen, oder sie werden ganz anders ausgesprochen. Sowas nennt sich dann "Falsches Cluster" oder "Pseudo-Cluster". Wobei es unterschiedliche Ansichten gibt, was da alles zugehört.

Manchmal gibt es auch eine erweiterte Definition von Kluster. Bei dieser werden Konsonantenpaare am Silbenanfang schon dann als Kluster bezeichnet, wenn der erste Konsonant ein Hoher oder Mittlerer Konsonant ist, und der Zweite ein Tiefer Konsonant Gruppe II (also ง ญ ณ น ม ย ร ฤ ล ว ฦ ฬ) ist. Z.B. in สวัส, ตลาด, สนุก, ขนม wären die สว, ตล, สน, ขน "Pseudo-Kluster" oder "Falsche Kluster" (die Begriffe werden manchmal leider auch für andere Doppelkonsonanten verwendet). Das sind eigendlich keine Kluster, weil da ja beim Sprechen ein "a" reinrutscht. Dagegen sind in สบาย und ทหาร die สบ, ทห kein Kluster, nicht mal ein "Falsches Kluster". Diese Definition ist praktisch für die Bestimmung des Tones: bei einem Kluster (egal ob echt oder pseudo) gilt die Regel vom führenden Konsonanten, d.h. der erste Konsonant des Klusters bestimmt den Ton der ganzen Silbe. In der 1 Silbe wird beim Lesen so ausgesprochen wird, als waere ein also ein kurzes "a" mit in der Silbe. Die folgende Silbe jedoch bekommt ein also ein "h" vorangestellt und wird als aspirierendes „H“ bezeichnet.

In der Praxis sieht das dann so aus:

ถนน wird als กะ-นน tha\ non\/ >> Hier ist auch am Ende ein Klusterkombination zu sehen. Darauf wird später im Text nochmal eingegangen.
สมุด wird als สะ -มุดsa\ mut\
ขนม wird als ขะ-นม kha\ nom\/ >> Hier ist auch am Ende ein Klusterkombination zu sehen. Darauf wird später im Text nochmal eingegangen.
อร่าม wird als อะ -ร่าม a\ ra:m\ gelesen

Dann gibt es noch die speziellen Kombinationen สร, ศร und ทร , die alle als /s/ gesprochen werden, z.B. ทราย "sa:i-" (= Sand). Das sind auch keine Cluster, sonden Bigraphen (ähnlich wie das deutsche "sch" ein Trigraph ist). In Thai zählen die meißt zu den "unechten Klustern". Gleiches gilt für das จร in จริง djing-- .
Bigraphen sind Kombinationen von จ ซ ท ศ ส dem Konsonanten handelt.
Also
จร - จริง djing--
ซร - ไซร้ sai/
ทร - ทราม sa:m--
ศร - เศร้า sau/\
สร - สร้าง sa:ng/\


In seltenen Fällen können auch Doppelkonsonanten am Silbenende auftauchen (könnte man "doppelter Endkonsonant" nennen). Beispiele:
จักร - djak\ = Rad
กอปร - gô:p\ = v. bestehen aus..., enthalten, beinhalten, besitzen
มารค - mak٨ = n. pali. Pfad, Weg
Da wird dann nur ein Konsonant gesprochen. Richtige Kluster sind das also auch nicht. "Echte Kluster" gibts nur am Silbenanfang.

Jetzt zur eigentlichen Regel:
1.) Doppelkonsonanten
Wenn eine Silbe mit einem Doppelkonsonanten anfängt, dann werden entweder die beiden Konsonanten zusammen ausgesprochen
wenn die Kombination sich nicht zusammen aussprechen lässt dann wird ein kurzes "a" dazwischen eingeschoben. Beispiel: ถนน sprich: ta-hnon
ถนน tha\ non\/ ist ein Beispiel das jeweils ein nichtgeschriebenes, sehr wohl aber ausgesprochenes a und o enthält, siehe 2.)

2.) Haben wir nur einen Anfangs- und einen Endkonsonanten am Silbenende wie in ผม – „phom\/ “ dann wird ein „o“ eingeschoben. In diesen Beispiel ist das Silbenende auch gleichzeitig das Wortende.
Nicht zutreffend waere das bei kombinationen wie: ตร TR da es sich um eine echte Doppelkonsonantkombination handelt, die zusammengesprochen wird, wie in เตรียม - tri:am-- - sich vorbereiten .

3.) Zwischnen 2 Anfangskonsonanten (Kluster) kommt ein „a“ wenn es sich nicht anders aussprechen läst:
ตลาด - ta\ la:t\ - Markt
ตลอด - ta\ lô:t\ – ganz
!! Ausnahme!! Wenn ein บ der erste Konsonat ist!!
Z.B = บริษัท bô:-- ri/ sat\ – Firma oder บริจาค = bô:-- ri/ dja:k\ บริเวณ bô:-- ri/ we:n-- und eine ganze Menge anderer Wörter, die aber mit บริ anfangen. Auch bei der Konsonantenkombination ทร wird oftmals das o gelesen, z.B. ทรหด = thora-hot = zäh. Weitere Ausnahmen gibts weiter untern im Text:
4.) „A“ wenn
wenn ein hoher Konsonant und ein teifer Konsonant hintereinander stehen, wird zwischen beiden ein "a" gesprochen wenn die beiden Konsonanten als Doppelkonsonant am Anfang der Silbe stehen. Bei ผม steht ein hoher Konsonant vor einem tiefen - nur nicht als Doppelkonsonant. Deshalb phom und nicht pham.
Wenn zwischen zwei geschriebenen Konsonanten ein "o" mitgesprochen wird, dann ist es aber ein kurzes "normales" o.
Hohe Konsonanten sind: ข, ฃ, ฉ, ฐ, ถ, ผ, ฝ, ศ, ษ, ส, ห
Tiefe Konsonanten sind: ค, ฅ, ฆ, ง, ช, ซ, ฌ, ญ, ฑ, ฒ, ณ, ท, ธ, น, พ, ฟ, ภ, ม, ย, ร, ล, ว, ฬ, ฮ

Ein kurzes "a" wird bei doppelten Anfangskonsonanten zwischen diesen ausgesprochen, wenn es keine der Doppelkonsonanten-Kombinationen ist, die ohne eingeschobenes "a" zusammen ausgesprochen werden können. Diese sind:

กร กล กว ตร ปร ปล ขร ขล ขว ผล คร คล คว พล
กฤ , คฤ , ตฤ , พฤ , บฤ , ปฤ

Diese Liste muss nicht vollstaendig sein, mehrInfos siehe obige Einleitung mit den Doppelkonsonanten.
Die Regel ist eigendlich ganz einfach: Hat eine (geschriebene) Silbe keinen anderen Vokal, hat sie ein "o". Das ist normalerweise ein kurzes geschlossenes "o", wenn die Silbe allerdings auf ร endet, ist das ein langes, offenes "o".
"a" hat andere Gründe: normalerweise als (definierter) Vokal bei unechten Klustern oder vorangestellten Konsonanten oder Vorsilben.

Sonderfa(e)lle:
Ausnahmen bestätigen die Regel, und die gibt es viele.
พร พร [พอน ] Ein Wort mit ro ruea als EK kann nicht "Thai-Regeln" folgen, da es sich in der Regel um ein PaliSanskrit-Wort handeln wird. Dieses endständige "r" wird regelhaft als "ô:" + n aufgelöst.

Beide Möglichkeiten: a oder O gibts auch manchmal.
Beispielsweise: วร [วะระ, วอระ ] Beide möglichen Aussprachen sind zwar richtig, aber beide halten sich nicht an die Thai-Regeln - brauchen sie ja auch nicht, da es sich um ein Pali/Sanskrit-Wort handelt.
Die Ausnahmen betreffen vorwiegend (ausschließlich?) Lehnwörter. Die wenigsten davon werden im allgemeinen Sprachgebrauch benötigt. Man muss sie also nicht systematisch lernen.
Beispiele:
(ich lasse aspirations-h mal weg, damit man die Cluster erkennt):

(1) สวัส (eine geschriebene Silbe!) , gelesen "swat", ein doppelter AK: สว . Da สว nicht in der Liste ist, ist das nur ein falsches Cluster, und es wird da ein "a" reingespochen. Also gesprochen: "sawat".

(2) ขนม - Da steht erstmal gar kein Vokal, das heisst, implizites "o". Gelesen also: "knom". Gesprochen allerdings: "kanom", da ขน wie oben kein echtes Cluster ist und daher ein "a" eingesprochen wird.

(3) กลุ่ม, gelesen und gesprochen: "glum". กล ist in der Liste und echtes Cluster, daher kein "a"

(4) กรม , "grom". Implizites "o" (kein Vokal angegeben), und กร ist echtes Cluster.

(5) สภาพ - gelesen: "spap". Gesprochen: "sapap", da สภ kein echtes Cluster ist. สภ ist hier eigentlich gar kein Cluster, nicht mal ein falsches Cluster, da ภ kein "einsamer tiefer" Konsonant (kein tiefer Konsonant Gruppe II) ist. Manche bezeichen als vorangestellten Konsonanten.

Anmerkung: Das eingesprochene "a" ist kein richtiges "a" sondern eher ein Schwa.
"Ich schlage vor, wir konjugieren Verben!"
--------------------------
"Thai-Friends" http://thaifriends-worldwide.blogspot.com/
Benutzeravatar
Schnorchel
Diamond-Member
 
Beiträge: 876
Registriert: 20.06.2009, 20:00
Wohnort: Bangkok

Re: Wann "a" und wann "o" Zusammenfassun

Beitragvon Schnorchel » 17.04.2010, 16:01

Schnorchel hat geschrieben:4.) „A“ wenn
wenn ein hoher Konsonant und ein teifer Konsonant hintereinander stehen, wird zwischen beiden ein "a" gesprochen wenn die beiden Konsonanten als Doppelkonsonant am Anfang der Silbe stehen. Bei ผม steht ein hoher Konsonant vor einem tiefen - nur nicht als Doppelkonsonant. Deshalb phom und nicht pham.
Wenn zwischen zwei geschriebenen Konsonanten ein "o" mitgesprochen wird, dann ist es aber ein kurzes "normales" o.
Hohe Konsonanten sind: ข, ฃ, ฉ, ฐ, ถ, ผ, ฝ, ศ, ษ, ส, ห
Tiefe Konsonanten sind: ค, ฅ, ฆ, ง, ช, ซ, ฌ, ญ, ฑ, ฒ, ณ, ท, ธ, น, พ, ฟ, ภ, ม, ย, ร, ล, ว, ฬ, ฮ


Genau hier stellt sich der Aufmerksame Leser die Frage, was ist wenn ein mittler Konsonanten mit einem Tiefen, oder ein Hoher mit einem Tiefen kombiniert ist? Oder gibt es solche Kombinationen nicht?
"Ich schlage vor, wir konjugieren Verben!"
--------------------------
"Thai-Friends" http://thaifriends-worldwide.blogspot.com/
Benutzeravatar
Schnorchel
Diamond-Member
 
Beiträge: 876
Registriert: 20.06.2009, 20:00
Wohnort: Bangkok


Zurück zu การอธิบายคำ - Detail-Erklärungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron